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Bluthochdruck: Messung, Warnzeichen und Behandlung

Blutdruckmessung am Arm mit Manschette und Stethoskop.

© Lensburg peopleimages.com AdobeStock 846493484

Bluthochdruck entwickelt sich langsam und bleibt anfangs meist symptomfrei. Das Tückische: Der stille Druck belastet auf Dauer die Gefäße und begünstigt die Entstehung von Folgeerkrankungen.

Bluthochdruck ist in Deutschland ein Volksleiden und gehört auch weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Medizinisch spricht man von arterieller Hypertonie, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist. Bei Erwachsenen beginnt Bluthochdruck ab einem Wert von 140/90 mmHg. Regelmäßige Kontrollen der Werte sind wichtig, weil sie gefährliche Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen früher erkennen lassen.

Blutdruckwerte verstehen

Mit jedem Herzschlag wird Blut in den Kreislauf gepumpt und werden die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Der Blutdruck beschreibt die Kraft, mit der das Blut gegen Arterienwände drückt. Deshalb haben Arterien auch eine robustere Muskelschicht als Venen.

Bei der Messung des Blutdrucks entstehen zwei Werte. Der obere Wert wird als systolischer Blutdruck bezeichnet. Er entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut in die Gefäße pumpt. Der diastolische Blutdruck ist der untere Wert. Er zeigt den Gefäßdruck an, wenn sich das Herz zwischen zwei Schlägen entspannt.

Ein gesunder Blutdruck liegt bei unter 120/70 mmHg. Systolische Werte zwischen 120 und 139 mmHg und 70 bis 89 mmHg diastolisch gelten bereits als erhöhter Blutdruck.

Ärzte sprechen von Bluthochdruck, wenn der Blutdruck dauerhaft 140/90 mmHg oder höher liegt. Eine Besonderheit stellt die isolierte systolische Hypertonie dar. Der Blutdruck beträgt hier systolisch 140 oder mehr, während der diastolische Wert unter 90 liegt.

Der Blutdruck ist keine starre Größe. Er verändert sich im Tagesverlauf. Gerade Bewegung, Aufregung oder körperliche Belastung lassen ihn kurzfristig steigen. Im Schlaf sinkt er wieder. Diese Schwankungen gehören zu einem gesunden Kreislauf dazu. Problematisch wird es, wenn Blutdruckwerte auf Dauer erhöht sind.

Bluthochdruck, der "stille Killer"

Bluthochdruck verursacht lange Zeit kaum Beschwerden. Viele Menschen fühlen sich gesund, obwohl die Gefäße bereits unter dem erhöhten Druck leiden.

Erst später treten wahrnehmbare Beschwerden bei Bluthochdruck auf. Oft sind die Anzeichen aber eher unspezifisch. Viele Menschen führen sie auf Stress oder Überlastung zurück, weshalb Bluthochdruck häufig über Jahre unerkannt bleibt.

Elastische, gesunde Arterien können sich bei jedem Herzschlag ausdehnen und den Druck abfedern. Werden die Gefäße aber dauerhaft belastet, so wie beim Bluthochdruck, werden sie steifer oder enger. Der Druck steigt im Kreislauf und Ablagerungen können sich bilden.

Als sogenannter "stiller Killer" zählt Bluthochdruck zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche. Auch Nierenversagen oder Durchblutungsstörungen können mit Bluthochdruck einhergehen.

Ursachen und Symptome von Bluthochdruck

Bluthochdruck entwickelt sich meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie zum Beispiel:

  • genetische Veranlagung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • hoher Salzkonsum
  • Rauchen und Alkohol
  • zunehmendes Alter
  • chronischer Stress

Bei Frauen steigt der Blutdruck häufig auch hormonell bedingt nach den Wechseljahren, weil die schützende Wirkung der weiblichen Hormone nachlässt.

Mögliche Anzeichen von Bluthochdruck (Hypertonie) sind: Kopfschmerzen (besonders am Morgen), Schwindel, Herzklopfen oder inneres Unruhegefühl, Kurzatmigkeit, Schlafstörungen oder Ohrensausen.

Selten kommt es zu einer hypertensiven Krise. Hierbei steigt der Blutdruck plötzlich stark an und zeigt Werte über 180/110 mmHg, was ein Warnzeichen für Organschäden sein kann. Schwindel, Zittern, Unruhe, Atemnot oder eine Enge in der Brust können dabei auftreten, müssen aber nicht. Halten die Beschwerden an oder bleibt der Blutdruck stark erhöht, wählen Sie bitte umgehend den Notruf 112.

Blutdruck richtig messen

Wie oft der Blutdruck gemessen werden sollte, richtet sich nach Alter und Risiko. Unter 40 Jahren wird eine ärztliche Kontrolle etwa alle drei Jahre empfohlen. Ab 40 mindestens jährlich. Wurden bereits erhöhte Werte oder Bluthochdruck festgestellt, raten Ärzte, regelmäßig auch selbst zu Hause zu messen.

Damit die Werte allerdings zuverlässig sind, braucht der Körper vor allem Ruhe.

So gelingt eine Blutdruckmessung auch zu Hause:

  • vor der Messung etwa fünf Minuten ruhig sitzen, Füße flach auf den Boden
  • 30 Minuten vorher keinen Kaffee, Alkohol oder Nikotin konsumieren
  • nicht sprechen und körperliche Anstrengung sowie Aufregung vermeiden
  • Arm auf dem Tisch ablegen und Rücken an Rückenlehne abstützen
  • Manschette auf Herzhöhe, ca. 2-3 cm über dem Ellenbogen

Zwei Messungen im Abstand von ein bis zwei Minuten liefern meist den zuverlässigeren Wert.

Bluthochdruck behandeln

Als Behandlungsziel gilt: Der Blutdruck muss dauerhaft gesenkt werden, um Herz, Gefäße und Organe zu entlasten.

Laut der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie (ESH) liegt der Zielwert für die Behandlung von Hypertonie bei den meisten Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren bei unter 140/90 mmHg. Wenn gut vertragen, wird eine Senkung auf etwa unter 130/80 mmHg angestrebt. Bei Menschen über 80 Jahren kann auch ein etwas höherer systolischer Wert von ca. 140-150 mmHg toleriert werden.

In vielen Fällen beginnt eine Bluthochdruck-Therapie mit Veränderungen im Lebensstil:

  • regelmäßige Bewegung
  • ausgewogene Ernährung und weniger Salz
  • Normalisierung des Körpergewichts
  • Rauchstopp
  • moderater Alkoholkonsum
  • Stressabbau und ausreichend Schlaf

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen blutdrucksenkende Medikamente in Betracht, etwa ACE-Hemmer, Sartane, Diuretika oder Calciumkanalblocker.

Bei allen Fragen rund um das Thema Bluthochdruck, zur Wahl des passenden Messgeräts oder zu Wechselwirkungen von Medikamenten sind wir in der Apotheke gerne für Sie da. Kommen Sie einfach vorbei, wir beraten Sie kompetent und diskret.

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