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Tipps gegen Monate voller Tränen - Dreimonatskoliken bei Neugeborenen

Babybauch wird sanft mit Händen massiert.

© CameraCraft AdobeStock 350330159

Die Pflege eines Neugeborenen ist sowohl aufregend als auch herausfordernd. Doch wenn Ihr Kleines lange Zeit ohne ersichtlichen Grund weint, kann das überwältigend sein. Dieses untröstliche Weinen beschreibt die sogenannten Dreimonatskoliken, die in den ersten Wochen des Lebens einsetzen und bis zu fünf Monate anhalten können. Koliken sind zwar nicht schädlich, können aber für Eltern, die ihrem Baby unbedingt helfen möchten, sich besser zu fühlen, extrem belastend sein. Im Folgenden finden Sie von Kinderärzten empfohlene Tipps, um ein Baby mit Dreimonatskoliken zu beruhigen und mehr Ruhe in Ihr Zuhause zu bringen.

Alle Babys weinen - wann handelt es sich um Dreimonatskoliken?

Ein normales Neugeborenes kann insgesamt etwa zwei Stunden am Tag immer wieder weinen. Die Geräusche, die ein Baby macht, das unter Dreimonatskoliken leidet, klingen nicht wie normales Weinen, sondern eher wie lautes, intensives Schreien. Aus diesem Grund denken viele Eltern, wenn Koliken zum ersten Mal auftreten, dass mit ihrem Baby körperlich etwas nicht in Ordnung ist.

Ein guter Kinderarzt wird eine gastroösophageale Refluxkrankheit sowie eine Ohren- oder Virusinfektion ausschließen. Dann kann der Arzt anhand der "Dreierregel" feststellen, ob es sich um Koliken handelt. Das ist der Fall, wenn ein normales, gesundes Baby über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen an mindestens drei Tagen pro Woche täglich drei oder mehr Stunden lang weint. Oft beginnen die Weinphasen am frühen Abend, dauern vier Stunden und hören dann abrupt auf.

Zusätzlich gibt es eine Reihe von Anzeichen und Symptomen, die darauf hindeuten, dass Ihr Baby unter Babykoliken leidet:

  • Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen oder einzuschlafen
  • Ballen der Fäuste
  • hochrotes Gesicht
  • Anziehen der Beinchen an den Bauch
  • Durchbiegen des Rückens
  • knurrender Bauch oder zunehmende Blähungen

Unabhängig davon, was die Ursache für die Dreimonatskoliken Ihres Babys ist: Die folgenden Tipps helfen Ihnen und Ihrem Nachwuchs, diese anstrengende Phase zu meistern.

Pucken: Wickeln Sie Ihr Baby ein, um Koliken zu lindern

Das enge Einwickeln (Pucken) schafft eine sichere Umgebung, die der Enge in der Gebärmutter ähnelt und ein Baby mit Koliken beruhigen kann. Verwenden Sie eine leichte, atmungsaktive Decke, um Ihr Baby fest einzuwickeln, und achten Sie darauf, dass es nicht zu eng ist, um eine Überhitzung zu vermeiden. Diese Technik sorgt für Wärme und begrenzt den Schreckreflex (Moro-Reflex), was einen besseren Schlaf fördert.

Stillen Sie den Hunger und lindern Sie Blähungen

Bevor Sie Unruhe auf Koliken zurückführen, überprüfen Sie, ob Ihr Baby schlichtweg Hunger hat oder unter akuten Blähungen leidet. Achten Sie auf regelmäßige Fütterungsintervalle und lassen Sie Ihr Baby während und nach dem Füttern in aufrechter Position ein Bäuerchen machen, um eingeschlossene Luft im Bauch zu reduzieren.

Bieten Sie Ihrem Baby einen Schnuller an

Saugen ist ein natürlicher Beruhigungsmechanismus für Babys. Wenn Ihr Kind gefüttert und gewickelt ist, kann ein sauberer Schnuller Trost spenden. Achten Sie darauf, dass Schnuller regelmäßig sterilisiert und ausgetauscht werden, um die Hygiene zu gewährleisten.

Beruhigen Sie Ihr Baby durch sanfte Bewegungen

Wiederholte, sanfte Bewegungen können beruhigend wirken. Die besten Optionen sind:

  1. Wiegen Sie Ihr Baby in Ihren Armen.
  2. Verwenden Sie eine Babyschaukel oder einen Schaukelstuhl.
  3. Machen Sie eine ruhige Autofahrt.

Ein Tragetuch oder eine Babytrage kann Ihnen helfen, die Koliksymptome zu lindern, da Ihr Kind so ganz nah bei Ihnen ist und durch Ihre Schritte sanft gewiegt wird.

Weißes Rauschen gegen Dreimonatskoliken

Weißes Rauschen ahmt die Geräusche nach, die Babys im Mutterleib hören, und kann andere störende Geräusche überdecken. Verwenden Sie spezielle Geräte für weißes Rauschen, Smartphone-Apps oder sogar Haushaltsgegenstände wie einen auf niedrige Stufe eingestellten Ventilator, um eine beruhigende akustische Umgebung zu schaffen.

Passen Sie die Fütterungstechniken an

Wenn Sie stillen, sollten Sie Ihre Ernährung überprüfen, um Lebensmittel zu identifizieren, welche die Verdauung Ihres Babys beeinträchtigen könnten. Eltern, die mit der Flasche füttern, können mit verschiedenen Milchnahrungen oder speziellen Anti-Kolik-Flaschen experimentieren, die die Luftzufuhr beim Trinken reduzieren sollen. Konsultieren Sie Ihren Kinderarzt, bevor Sie wesentliche Ernährungsumstellungen vornehmen, um sicherzustellen, dass diese den Bedürfnissen Ihres Babys entsprechen. Wenn Sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vermuten, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, um Allergien oder Unverträglichkeiten auszuschließen.

Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung

Babys haben feine Antennen und spüren den Stress ihrer Eltern. Wenn Sie sich überfordert fühlen, ist es wichtig, erst einmal selbst durchzuatmen. Legen Sie Ihr Kind dafür an einen sicheren Ort, wie das Kinderbett, und verlassen Sie kurz den Raum. Machen Sie Atemübungen oder bitten Sie Angehörige um Hilfe. Wenn Sie Ihre eigene innere Ruhe wiedergefunden haben, können Sie auch Ihrem Baby mit gedämpftem Licht oder sanfter Musik viel besser helfen, sich zu entspannen.

Führen Sie ein Kolik-Tagebuch, um Muster zu erkennen

Wenn Sie die Kolik-Episoden Ihres Babys protokollieren, können Sie Muster oder Auslöser erkennen. Notieren Sie Details wie die Tageszeit, die Fütterungszeiten und -arten, (Muttermilch oder Milchnahrung), Ihre eigene Ernährung, wenn Sie stillen, und die Dauer des Weinens. Diese Informationen können von unschätzbarem Wert sein, wenn Sie die Symptome Ihres Babys mit einem Arzt besprechen.

Selbstfürsorge für Eltern bei Dreimonatskoliken

Wenn Ihr Baby Koliken hat, kann das für Sie als Eltern eine immense Herausforderung sein. Denken Sie daran, dass es besser wird und Sie auch auf sich selbst achten müssen. Es ist in Ordnung, eine Pause zu machen. Legen Sie Ihr Baby für etwa zehn Minuten sicher in ein Kinderbett oder einen Laufstall, während Sie den Raum verlassen, um sich zu sammeln. Bitten Sie Freunde, Familie oder Babysitter um Hilfe, wann immer dies möglich ist. Wenn Sie Ihren eigenen Stresslevel senken, hilft das auch Ihrem Baby.

Ob sanfte Bauchmassageöle, spezielle Tees, entschäumende Tropfen oder Anti-Kolik-Flaschen: Wir in der Apotheke stehen Ihnen in dieser anstrengenden Phase gerne mit ratgebenden Tipps und passenden Produkten zur Seite. Sprechen Sie uns einfach an – Sie sind damit nicht allein!

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